Donnerstag, 2. September 2010
Kernkraft in der Mogelpackung
upstream, 00:59h
Kernkraft gilt Befürwortern mit Erzeugungskosten von 2,65 ct/kWh als die billigste Energieform überhaupt.
Aber wie groß ist das Risiko? - Panikmache und Vogel-Strauß-Politik beunruhigen gleichermaßen. Zur Sache: Was muss die Versicherung des Betriebsrisikos kosten?
Anfangs wurde die MTBF (Mean Time between Failure) in Bezug auf den GAU spekulativ mit 2 Mio. Jahren behauptet. Die Haftpflicht des AKW-Betreibers ist noch immer per Gesetz auf 2,5 Mrd. EUR begrenzt. Das ergibt ein zu versicherndes Betriebsrisiko bzw. eine fiktive Versicherungsprämie von 1250 EUR/Jahr. - Klasse, kaum mehr als die Kfz-Versicherung!
Macht bei 1 Gigawatt Leistung und 80% Auslastung schlappe 0,00002 ct/kWh.
Heute sind weltweit 160 AKWs in Betrieb, beginnend 1950; wir verfügen über eine Erfahrung von über 5.000 AKW-Betriebsjahren. Demnach ist die MTBF bezüglich des GAU eher unterhalb von 5.000 Jahren anzusetzen, seine Wahrscheinlichkeit also 200.000 mal höher als früher behauptet!
Und wenn es denn passiert, wie teuer wäre das? - Projizieren wir gedanklich Tschernobyl auf Deutschland: Eine Fläche von rd. 200 mal 200 km wäre auf Dauer unbrauchbar, macht 40 Mrd. qm. Was kostet ein qm? - Als Bauland auf dem Dorf 50 bis 500 EUR, in Großstädten bis 10.000 EUR, als Landwirtschaftsfläche 2 bis 10 EUR, als Wald oder Verkehrsfläche? - Nehmen wir als Mittelwert geschätzte 10 EUR/qm. Jede Fläche trägt üblicherweise das dreifache ihres Wertes in Form von Gebäuden, Maschinen, Geräten, Vieh, Pflanzen, Früchten usw. Der Sachschaden des GAU ist also 1.600 Mrd. EUR.
Personenschäden? - Betroffen wäre etwa 1/10 des Bundesgebietes mit 8 Mio. Menschen. Die Gesundheitskosten mögen durchschnittlich 100.000 EUR pro Person sein, entsprechend einem einjährigen Klinikaufenthalt; ggf. werden Schmerzensgeld und Rentenzahlungen fällig. (Ihre Kfz-Versicherung deckt Personenschäden in Millionenhöhe!) Bei zurückhaltender Betrachtung belaufen sich dann die - in Zahlen fassbaren - Personenschäden auf 800 Mrd. EUR.
Die Schadenshöhe summiert sich zu 2.400 Mrd. EUR. - Wir dürfen an die gesetzliche Haftungsgrenze gerne 3 Nullen dranhängen!
Passiert zum Glück nur alle 5.000 Jahre, macht 0,48 Mrd. EUR pro Jahr, für jeden AKW-Block wohlgemerkt, bzw. 7 ct/kWh zusätzlich zur Stromrechnung.
Günstige Kernkraft?
Das ist noch nicht alles. - Entsorgung? Verseuchtes Grundwasser?
Volkswirtschaftlicher Schaden ist messbar: Unser Bruttoinlandsprodukt ist derzeit 2.000 Mrd. EUR. Entsprechend der betroffenen Fläche fällt 1/10 des BIP aus, für - hoffentlich nur - 50 Jahre, macht 10.000 Mrd. EUR, oder nochmals 29 ct/kWh oben drauf.
Damit wären wir bei 36 ct/kWh als Eingangsgröße der Versicherung; und die will auch Geld verdienen, und eine Sicherheitsreserve muss noch sein...
Günstige Kernkraft? - Nur als Mogelpackung mit ungedeckten Risiken.
In Wirklichkeit ist jede Alternative billiger.
Aber wie groß ist das Risiko? - Panikmache und Vogel-Strauß-Politik beunruhigen gleichermaßen. Zur Sache: Was muss die Versicherung des Betriebsrisikos kosten?
Anfangs wurde die MTBF (Mean Time between Failure) in Bezug auf den GAU spekulativ mit 2 Mio. Jahren behauptet. Die Haftpflicht des AKW-Betreibers ist noch immer per Gesetz auf 2,5 Mrd. EUR begrenzt. Das ergibt ein zu versicherndes Betriebsrisiko bzw. eine fiktive Versicherungsprämie von 1250 EUR/Jahr. - Klasse, kaum mehr als die Kfz-Versicherung!
Macht bei 1 Gigawatt Leistung und 80% Auslastung schlappe 0,00002 ct/kWh.
Heute sind weltweit 160 AKWs in Betrieb, beginnend 1950; wir verfügen über eine Erfahrung von über 5.000 AKW-Betriebsjahren. Demnach ist die MTBF bezüglich des GAU eher unterhalb von 5.000 Jahren anzusetzen, seine Wahrscheinlichkeit also 200.000 mal höher als früher behauptet!
Und wenn es denn passiert, wie teuer wäre das? - Projizieren wir gedanklich Tschernobyl auf Deutschland: Eine Fläche von rd. 200 mal 200 km wäre auf Dauer unbrauchbar, macht 40 Mrd. qm. Was kostet ein qm? - Als Bauland auf dem Dorf 50 bis 500 EUR, in Großstädten bis 10.000 EUR, als Landwirtschaftsfläche 2 bis 10 EUR, als Wald oder Verkehrsfläche? - Nehmen wir als Mittelwert geschätzte 10 EUR/qm. Jede Fläche trägt üblicherweise das dreifache ihres Wertes in Form von Gebäuden, Maschinen, Geräten, Vieh, Pflanzen, Früchten usw. Der Sachschaden des GAU ist also 1.600 Mrd. EUR.
Personenschäden? - Betroffen wäre etwa 1/10 des Bundesgebietes mit 8 Mio. Menschen. Die Gesundheitskosten mögen durchschnittlich 100.000 EUR pro Person sein, entsprechend einem einjährigen Klinikaufenthalt; ggf. werden Schmerzensgeld und Rentenzahlungen fällig. (Ihre Kfz-Versicherung deckt Personenschäden in Millionenhöhe!) Bei zurückhaltender Betrachtung belaufen sich dann die - in Zahlen fassbaren - Personenschäden auf 800 Mrd. EUR.
Die Schadenshöhe summiert sich zu 2.400 Mrd. EUR. - Wir dürfen an die gesetzliche Haftungsgrenze gerne 3 Nullen dranhängen!
Passiert zum Glück nur alle 5.000 Jahre, macht 0,48 Mrd. EUR pro Jahr, für jeden AKW-Block wohlgemerkt, bzw. 7 ct/kWh zusätzlich zur Stromrechnung.
Günstige Kernkraft?
Das ist noch nicht alles. - Entsorgung? Verseuchtes Grundwasser?
Volkswirtschaftlicher Schaden ist messbar: Unser Bruttoinlandsprodukt ist derzeit 2.000 Mrd. EUR. Entsprechend der betroffenen Fläche fällt 1/10 des BIP aus, für - hoffentlich nur - 50 Jahre, macht 10.000 Mrd. EUR, oder nochmals 29 ct/kWh oben drauf.
Damit wären wir bei 36 ct/kWh als Eingangsgröße der Versicherung; und die will auch Geld verdienen, und eine Sicherheitsreserve muss noch sein...
Günstige Kernkraft? - Nur als Mogelpackung mit ungedeckten Risiken.
In Wirklichkeit ist jede Alternative billiger.
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