Donnerstag, 9. September 2010
Notwendige AKWs? - Fakten dazu.
upstream, 19:05h
Externe Empfehlung zum Thema
Zitat Anfang:
Ich möchte die Diskussion bezüglich der Notwendigkeit der AKWs zur Versorgungssicherheit um ein paar Fakten erweitern. Der folgende Link führt auf eine Seite des BDEW (also dem Verbund der großen Energieversorger).
Ich habe diese Seite bewusst gewählt, weil sie von den großen vier Konzernen selbst betrieben wird.
Diese Seite zeigt, dass wir 2008 über eine Kraftwerksleistung von etwa 147GW verfügten. Diese Leistung ist mittlerweile durch den weiteren Ausbau erneuerbaren Energien weiter angestiegen. Da diese aber fluktuierend einspeisen, werde ich mich auf die 147GW beziehen.
Der Stromverbrauch lag 2008 etwa 600TWh. Teilt man diesen Verbrauch durch 8760h (also genau ein Jahr), so kommt man auf eine durchschnittliche Leistung von etwa 68GW. Installiert waren 2008 in Deutschland 147GW (Aussage des BDEW, also der Energielobby)! Natürlich muss man hier berücksichtigen, dass elektrischer Strom genau in dem Augenblick erzeugt werden muss, wo er auch verbraucht wird. Aber selbst am kältesten Tag des Jahres steigt aber die Netzbelastung selten über 100GW. Der Anstieg im Winter ist damit zu erklären, dass viele elektrische Speicherheizsysteme am Netz hängen.
Schaut man sich die noch verbliebenen 17 deutschen Atomkraftwerke an, dann stellt man fest, dass diese eine Leistung von etwa 20GW aufweisen. Berücksichtigt man weiterhin, dass aufgrund von Revisionen und technischen Ausnahmesituationen (ich möchte hier nicht das Wort Störung verwenden), dann verbleiben vielleicht noch 15GW Atomkraftwerksleistung die ständig zu Verfügung stehen.
Vergleicht man diese 15GW mit den vom BDEW genannten 147GW Kraftwerksleistung, dann stellt man fest, dass es auch gut ohne Atomkraft geht. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Stromverbrauch rückläufig ist und im letzten Jahr bei etwa 560TWh lag.
Trotz ihrer geringen Gesamtleistung tragen die Atomkraftwerke zu einem erheblichen Teil zur Energieversorgung bei. Das hat einfache Gründe:
Die Betriebskosten eines AKW sind sehr gering. Ist die Anlage einmal abgeschrieben, so verwandelt sie sich in eine Gelddruckmaschine. Daher laufen sie Tag und Nacht zu 100%.
Die absolut ungelöste Entsorgungsfrage und die daraus resultierenden Kosten (z.B. die Sanierung des Zwischenlagers Asse) werden auf den Steuerzahler abgewälzt.
Ich komme daher zu folgendem Schluss:
Eine Verlängerung der Laufzeit von AKWs ist aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht notwendig. Die Stromerzeugungskosten tragen nur zu einem geringen Teil zum Strompreis bei und spielen daher eher eine untergeordnete Rolle. Die Argumentation, bei einer Laufzeitverlängerung würde der Strompreis sinken, ist daher ebenfalls illusorisch. Eine Laufzeitverlängerung dient lediglich der Gewinnmaximierung der vier großen Energieversorger.
Bis zum Antritt von Schwarz/Gelb hat das auch niemand in Frage gestellt. Diesen „Geist“ hat unsere die CDU/FDP Regierung selbst wieder aus der Flasche gelassen. Genau wie bei den Steuererleichterungen für Hoteliers wird hier wieder einmal klassische Klientelpolitik betrieben. Kleinere Stadtwerke, die nun selber Kraftwerke planen und bauen wollen, haben das nachsehen. Daher führt eine Verlängerung der AKW Laufzeiten auch dazu, dass die Monopolstellung von RWE, Eon usw. weiter gefestigt wird.
Zitat Ende
Zitat Anfang:
Ich möchte die Diskussion bezüglich der Notwendigkeit der AKWs zur Versorgungssicherheit um ein paar Fakten erweitern. Der folgende Link führt auf eine Seite des BDEW (also dem Verbund der großen Energieversorger).
Ich habe diese Seite bewusst gewählt, weil sie von den großen vier Konzernen selbst betrieben wird.
Diese Seite zeigt, dass wir 2008 über eine Kraftwerksleistung von etwa 147GW verfügten. Diese Leistung ist mittlerweile durch den weiteren Ausbau erneuerbaren Energien weiter angestiegen. Da diese aber fluktuierend einspeisen, werde ich mich auf die 147GW beziehen.
Der Stromverbrauch lag 2008 etwa 600TWh. Teilt man diesen Verbrauch durch 8760h (also genau ein Jahr), so kommt man auf eine durchschnittliche Leistung von etwa 68GW. Installiert waren 2008 in Deutschland 147GW (Aussage des BDEW, also der Energielobby)! Natürlich muss man hier berücksichtigen, dass elektrischer Strom genau in dem Augenblick erzeugt werden muss, wo er auch verbraucht wird. Aber selbst am kältesten Tag des Jahres steigt aber die Netzbelastung selten über 100GW. Der Anstieg im Winter ist damit zu erklären, dass viele elektrische Speicherheizsysteme am Netz hängen.
Schaut man sich die noch verbliebenen 17 deutschen Atomkraftwerke an, dann stellt man fest, dass diese eine Leistung von etwa 20GW aufweisen. Berücksichtigt man weiterhin, dass aufgrund von Revisionen und technischen Ausnahmesituationen (ich möchte hier nicht das Wort Störung verwenden), dann verbleiben vielleicht noch 15GW Atomkraftwerksleistung die ständig zu Verfügung stehen.
Vergleicht man diese 15GW mit den vom BDEW genannten 147GW Kraftwerksleistung, dann stellt man fest, dass es auch gut ohne Atomkraft geht. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Stromverbrauch rückläufig ist und im letzten Jahr bei etwa 560TWh lag.
Trotz ihrer geringen Gesamtleistung tragen die Atomkraftwerke zu einem erheblichen Teil zur Energieversorgung bei. Das hat einfache Gründe:
Die Betriebskosten eines AKW sind sehr gering. Ist die Anlage einmal abgeschrieben, so verwandelt sie sich in eine Gelddruckmaschine. Daher laufen sie Tag und Nacht zu 100%.
Die absolut ungelöste Entsorgungsfrage und die daraus resultierenden Kosten (z.B. die Sanierung des Zwischenlagers Asse) werden auf den Steuerzahler abgewälzt.
Ich komme daher zu folgendem Schluss:
Eine Verlängerung der Laufzeit von AKWs ist aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht notwendig. Die Stromerzeugungskosten tragen nur zu einem geringen Teil zum Strompreis bei und spielen daher eher eine untergeordnete Rolle. Die Argumentation, bei einer Laufzeitverlängerung würde der Strompreis sinken, ist daher ebenfalls illusorisch. Eine Laufzeitverlängerung dient lediglich der Gewinnmaximierung der vier großen Energieversorger.
Bis zum Antritt von Schwarz/Gelb hat das auch niemand in Frage gestellt. Diesen „Geist“ hat unsere die CDU/FDP Regierung selbst wieder aus der Flasche gelassen. Genau wie bei den Steuererleichterungen für Hoteliers wird hier wieder einmal klassische Klientelpolitik betrieben. Kleinere Stadtwerke, die nun selber Kraftwerke planen und bauen wollen, haben das nachsehen. Daher führt eine Verlängerung der AKW Laufzeiten auch dazu, dass die Monopolstellung von RWE, Eon usw. weiter gefestigt wird.
Zitat Ende
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