Sonntag, 5. September 2010
Sarrazin: Egal ob er recht hat.
Die Behandlung der Sprüche Sarrazins scheint unvermeidlich. - Ich selbst finde es weniger dringend, und sein Buch habe ich nicht gelesen. deshalb schweige ich zum Inhalt. Einige Kritiker ficht das wohl weniger an. Nur ein paar Punkte zum Umfeld will ich festzuhalten:
1) Offenbar trifft er einen Nerv, nämlich das Unbehagen vieler Menschen angesichts - sei es auch nur gefühlter - Überfremdung durch Einwanderer.
2) Er sucht bedingungslos Publicity für seine Ideen mit drastischen, teilweise beklemmend rechtradikal anmutenden Formulierungen. - Doch zeigt seine langjährige Mitgliedschaft in der SPD, wo er politisch steht.
3) Dass ihn seine Partei angeblich nicht mehr aushalten kann, bestätigt ihre Unfähigkeit zum produktiven Diskurs mit Querdenkern. - Die wird sie sich nicht lange leisten können.
4) Dass sein Arbeitgeber unkluge Äußerungen nun mit Rausschmiss ahndet, wirkt bedrückend. - Wo kommen wir denn da hin? Nach dieser Art von Recht wären viele seiner Kritiker längst selber arbeitslos, die Regierung eingeschlossen.
Sarrazins Äußerungen mögen teilweise peinlich sein, das Verhalten mancher Kritiker ist es nicht weniger. Auch schwieriges muss man sachlich diskutieren können, und zwar bitte schön oberhalb der Gürtellinie.

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