Montag, 6. September 2010
Kernkraft? - Sonne reicht.
Heinz Habers Optimismus in Ehren: Energie aus Kernspaltung für 40.000 Jahre, aus Kernfusion beliebig viel und für immer. - Ich bleibe mal auf dem Teppich.
1) Spaltung wie Fusion sind "Kernenergie", gehören aber anwendungsmäßig nicht in einen Topf.
Das spezifische Betriebsrisiko der Spaltung (in ct/kWh) ist konkurrenzlos schlecht. Nicht so bei der Fusion; Kosten und Termine mögen ungewiss sein, aber man darf noch hoffen.
2) Die Strategie, Energiebedarf durch Erzeugung neuer Energie zu befriedigen, treibt dem Physiker die Tränen in die Augen. Es gibt genug Energie, nur eben nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. (Zuviel Entropie, nicht zuwenig Energie.)
Der erste Punkt ist bereits diskutiert, der zweite bedarf der Erklärung. Vergleichen wir den Primärenergiebedarf mit dem Potential regenerativer Energie:
Der Primärenergiebedarf der BRD ist seit Jahren 14.500 PetaJoule pro Jahr, mit leicht abnehmender Tendenz.
Die Sonne bestrahlt die Erde mit 1.367 Watt/qm. (Solarkonstante)
Das ist die "Nennleistung" unserer Haupt-Energiequelle; Verluste durch Tag-Nacht-Zyklus, Bewölkung usw. fast 90 %.
Das bedeutet für die gesamte BRD (357.000 qkm) nach Abzug der Verluste 49 TeraWatt bzw. 15 Mio. PetaJoule pro Jahr.
Damit ist das Potential allein der Solarenergie in summa rd. 1.000 mal so groß wie unser Bedarf an Primärenergie.

Die Behauptung, regenerative Energie könne unseren Bedarf nicht decken, ist falsch - um genau diesen Faktor 1000.
Ohne die Bemühungen der Kernspalter und Fusionsforscher um die Erzeugung zusätzlicher Energie abwerten zu wollen:
Das Arbeiten an der Entropie, also der Organisation, Verteilung, Speicherung der vorhandenen Energie ist sinnvoller.

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